Bildhauerei Diwo aus Paderborn
Mit Hammer und KI
Was einst mit Hammer und Meißel begann, wird heute in der Bildhauerei Diwo aus Paderborn durch digitale Werkzeuge und seit Kurzem durch künstliche Intelligenz ergänzt. "Unser Handwerk war schon immer innovativ", sagt Inhaber Michael Diwo. "Wir nutzen neue Technologien nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung unserer kreativen Möglichkeiten."
Diwo ist Steinmetz, Bildhauer und Restaurator. Als Sachverständiger prüft er darüber hinaus bestehende Steinobjekte wie Denkmäler oder Wegekreuze. Hier setzt das neue, KI-gestützte System “StoneCrackMon” an, dass im Projekt KIDiHa entwickelt wird.
So nutzt der Betrieb KI:
- KI-gestütztes System zur Risserkennung in Steinobjekten
- KI-Training mit akustischen Aufnahmen
„Seit hunderten von Jahren gibt es die Klangprobe. Das ist eine Art Ultraschalluntersuchung. Man legt seine Fingerkuppen auf ein Steinobjekt, schlägt mit einem kleinen Klanghammer an und erhält viele Werte über den Zustand des Objekts. Meine Hoffnung ist, dass wir es schaffen, diese jahrhundertealte Klangprobe in etwas Modernes, Messbares zu überführen.“
Bildhauer Michael Diwo im Gespräch mit Entwickler Harry Fast vom Fraunhofer Institut in Lemgo über das neue System “StoneCrackMon”. Hintergrund der Entwicklung: Bisher werden Schäden, wie beispielsweise Haarrisse an Steinobjekten, vom geschulten Ohr und Auge eines erfahrenen Bildhauers aufgespürt. Die Prüfung ist subjektiv und dadurch anfechtbar. Das System soll die Jahrhunderte alte Klangprobe mit messbaren Daten objektiv machen.
Die Experten Franziska Zelba und Harry Fast testen im Fraunhofer Institut in Lemgo das System, das sowohl die Art des Steins als auch dessen Zustand erkennen soll. Mit einem Hammer wird der Stein angeschlagen, ein Mikrofon zeichnet die akustische Signatur des Steins auf, die KI wertet aus: intakt oder beschädigt.
Aktuell ist das System in der Trainingsphase: Michael Diwo füttert es mit realen Daten – je mehr, desto präziser kann die KI den Stein bewerten. Noch ist es ein Pilotprojekt, doch Diwo sieht große Chancen: „So viele Leute mit meiner Erfahrung gibt es nicht und wir werden auch nicht mehr. Darum ist es enorm wichtig, diesen Erfahrungsschatz in die Zukunft zu transferieren. Und das läuft über moderne Instrumente, zum Beispiel KI.“ Mit dem System könnten auch Azubis oder weniger erfahrene Kräfte die Steinprüfung durchführen.