SPD-Landtagsabgeordnete aus OWL zu Besuch in der FHM-Ausstellung
Wie kann Künstliche Intelligenz das Handwerk konkret unterstützen? Und profitieren auch kleine Betriebe wirtschaftlich von Digitalisierung und KI oder verstärkt sie am Ende nur die Vorteile großer Unternehmen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen im Gepäck besuchten Vertreterinnen und Vertreter der SPD-Landtagsfraktion aus Ostwestfalen-Lippe die Ausstellung „KI anpacken. Zukunft gestalten.“ an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld.
Der Besuch knüpfte an einen ersten Kontakt im Oktober 2025 an: Damals hatten einige der Abgeordneten die mobile Ausstellung zum Thema KI im Handwerk im nordrhein-westfälischen Landtag gesehen. Nun folgte eine vertiefende Auseinandersetzung direkt am Hochschulstandort.
Intensiver Austausch zu Digitalisierung und KI
Nach der Begrüßung stand schnell das Handwerk als Wirtschaftsfaktor und zugleich als Branche, die vor großen Transformationsaufgaben steht, im Mittelpunkt. Im Gespräch mit FHM-Geschäftsführer Prof. Dr. Oliver Kruse, Prorektor Prof. Dr. Volker Wittberg (Forschung und Internationales), Prof. Dr. Melanie Eikenbusch und dem Team KIDiHa erkundigten sich die Abgeordneten nach dem aktuellen Stand der Digitalisierung im Handwerk.
Ein zentrales Thema war dabei die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von KI-Anwendungen, insbesondere für kleine und kleinste Betriebe. Können digitale Werkzeuge und KI dazu beitragen, Effizienzgewinne zu realisieren, Prozesse zu vereinfachen, bürokratische Anforderungen zu vereinfachen oder Fachkräfte zu entlasten? Und lassen sich dadurch strukturelle Nachteile gegenüber größeren Unternehmen zumindest teilweise ausgleichen?
Praxisbeispiele statt abstrakter Technik
Antworten auf diese Fragen lieferte die Ausstellung selbst: Im Rahmen einer Führung wurden konkrete Anwendungsbeispiele aus dem Handwerk vorgestellt: vom KI-gestützten Werkzeug zur Rissprüfung im Steinmetzhandwerk über die sicherheitsrelevante KI-Bilderkennung bis hin zum Wissenstransfer vom älteren zum jüngeren Mitarbeiter. Es wurde deutlich: Das Handwerk braucht praktische Werkzeuge, die sich an realen Bedarfen orientieren. Das Projekt KIDiHa hat solche Technologien entwickelt und zeigt an vielen Beispielen weitere Anwendungsbereiche und Tools. Darüber hinaus will das Projekt, sowie das neue Projekt ZUNFT+, Kompetenzen aufbauen und Wissen vermitteln.
KI-Kompetenzen, Nachfolge und Zukunftssicherung
Ein weiteres wichtiges Thema: Qualifizierung und Bildung. Diskutiert wurde unter anderem, wie KI-Kompetenzen im Handwerk nachhaltig aufgebaut werden können. Dabei rückte auch die jüngere Generation in den Fokus, u. a. die Studierenden des Handwerksmanagements als künftige Innovatoren und mögliche Betriebsnachfolger.
Dialog auf Augenhöhe
Die intensive Fragerunde, das große Interesse an den Projektinhalten und die Offenheit für die Herausforderungen kleiner Betriebe machten deutlich: Das Thema KI im Handwerk ist in der Landespolitik angekommen. Wir bedanken uns für den Besuch und das Interesse!
Besuch der SPD in der Ausstellung "KI anpacken. Zukunft gestalten.", v.l.n.r.: Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Wittberg (FHM), Thorsten Klute, Julia Tawalalli (FHM), Ellen Stock, Jonathan Kruse (FHM), Prof. Dr. Melanie Eikenbusch (FHM), Christina Kampmann, Christian Obrok, Prof. Dr. Oliver Kruse (FHM) und Alexander Baer.