Auszeichnung: „Seifriz-Transfer Handwerk + Wissenschaft“ 2026
Wir gratulieren ganz herzlich: Die Bildhauerei Diwo (Paderborn) und das Fraunhofer-Institut in Lemgo erhalten den renommierten Seifriz Preis für das System „StoneCrackMon“. Die Zusammenarbeit entstand im Rahmen des Projekts KIDiHa.
Michael Diwo und Harry Fast vom Fraunhofer-Institut in Lemgo erhalten den Seifriz-Preis 2026 für die gute Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Handwerk. Sie entstand durch das Projekt KIDiHa. Foto: Fachhochschule des Mittelstands (FHM)
„Ich freue mich sehr darüber, daß unsere Idee, traditionelles Handwerkswissen in die Moderne zu überführen, solche Anerkennung erfahren hat", freut sich Steinmetz Michael Diwo über die Auzeichnung.
Aus 19 bundesweiten Bewerbungen wurde „StoneCrackMon“ als einer von drei Preisträgern ausgewählt.
„Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft im Handwerk steckt. Wenn praktisches Können und wissenschaftliche Expertise zusammenkommen, entstehen Lösungen, die nicht nur technisch überzeugen, sondern konkrete Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit geben“, erklärte Rainer Reichhold, Präsident von Handwerk BW und Vorsitzender des Vereins Technologietransfer Handwerk e. V., der den Award vergibt.
Worum geht es bei StoneCrackMon?
„StoneCrackMon“ unterstützt Steinmetze bei der sicherheitsrelevanten Prüfung von Steinobjekten wie Wegekreuzen oder Bildstöcken. Bisher funktioniert es, sehr vereinfacht erklärt, so: Der Steinmetz schlägt mit dem Hammer auf den Stein. Durch seine jahrelange Erfahrung, den Klang und das Gefühl für den Stein kann er beurteilen, ob Schäden vorliegen und was getan werden muss. Mit dem neuen System werden die Hammeranschläge als Audio aufgezeichnet und von Künstlicher Intelligenz im Hintergrund ausgewertet: Das Gerät erkennt ob der Stein beschädigt oder intakt ist.
In der Begründung der Jury des Seifriz-Preises heißt es:
“Der Steinmetz Michael Diwo und das Fraunhofer IOSB-INA zeigen, wie künstliche Intelligenz (KI) das Erfahrungswissen von Handwerkerinnen und Handwerkern ergänzt. Gemeinsam wurde eine KI-Software entwickelt, die dabei unterstützt, mithilfe akustischer Signale Schäden an Stein- und Betonobjekten zu erkennen. Erfahrene Meister trainieren das KI-System – junge Fachkräfte profitieren dann von der trainierten KI bei der Bewertung und Erhaltung historischer Objekte."
Ohne viel Engagement und Neugier wäre das Projekt nicht so weit gekommen: Bildhauer Michael Diwo nahm während seiner täglichen Arbeit mehr als 1.000 Audioaufnahmen auf, um die KI zu trainieren, die inzwischen verlässliche Aussagen tätigt. Die Experten vom Fraunhofer in Lemgo entwickelten die Hardware und optimieren die Software. In Zukunft könnten Azubis oder angelernte Personen eine Vorprüfung mit dem System StoneCrackMon durchführen, die finale Beurteilung bleibt weiterhin beim Steinmetz. Ideen für eine Weiterentwicklung gibt es auch bereits - bis hin zur Montage an eine Drohne, um Objekte in großer Höhe prüfen zu können.
Das Projekt entstand als Use Case im Rahmen des vom Land NRW geförderten Projekts KIDiHa. Dabei arbeiten die Partner Fachhochschule des Mittelstands, Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe und Fraunhofer-Institut in Lemgo zusammen.
Weitere Infos:
Alle Preisträger des Seifriz-Preises 2026 sind am 4. und 5. März bei dem Branchenevent ZUKUNFT HANDWERK in München.
Informationen zum Seifriz-Preis und zu den weiteren Siegern sind hier nachzulesen: Der "Seifriz" 2026: So überzeugten die Innovatoren unsere Jury - handwerk magazin